Mund- Kiefer- Gesichtschirurgie

mri

Nasoalveolar Molding

Erfahrungsbericht Fam. L.

Erfahrungsbericht Fam. L.

Unser Sohn wurde im Jahr 2010 mit einer kombinierten Lippen-Kiefer-Gaumenspalte geboren, unsere Tochter kam zwei Jahre später mit einer isolierten Lippenspalte zur Welt. In beiden Schwangerschaften haben wir die Diagnose bereits im Rahmen des großen Organscreenings (großer Ultraschall im Rahmen der Pränatal-Diagnostik, ca. 22 SSW) erhalten.
Wir haben kurz nach dem Befund in der ersten Schwangerschaft sowohl einen Termin in der Mund- Kiefer- Gesichtschirurgie der LMU, als auch in der Mund- Kiefer- Gesichtschirurgie der TU am Klinikum rechts der Isar vereinbart, um uns über den Ablauf nach der Geburt und Behandlungskonzepte zu informieren sowie auch generelle Informationen zu Kindern mit einer angeborenen LKG-Spalte zu erhalten.
Die überaus einfühlsame Art mit der uns Herr Prof. Wolff und Herr Dr. Loeffelbein bei unserem ersten Termin begegnet sind, hat uns sehr schnell zu unserer Entscheidung für eine Behandlung am Klinikum rechts der Isar geführt. Wir sind mit viel Ruhe, fachlicher Kompetenz und menschlichem Einfühlungsvermögen über alle notwendigen Abläufe, die auf uns zukamen, aufgeklärt worden und haben uns in unserer ersten Hilflosigkeit direkt vollständig aufgefangen gefühlt. Auch das liebevolle Gespräch mit Frau Schubert (Stillberaterin) hat sehr dazu beigetragen, dass wir uns bestens auf den Umgang mit einem Spaltbaby vorbereitet gefühlt haben und uns unsere Ängste genommen wurden.
Bei unserem Sohn haben wir uns, um ein bestmögliches Behandlungsergebnis zu erzielen, für das damals neu an der Klinik angebotene Nasoalveolar Molding (NAM) entschieden. Direkt am Tag der Geburt wurde der Abdruck für die erste Gaumenplatte genommen und die Platte wurde bereits am Folgetag eingesetzt. In das Handling (Einsetzen und Befestigen durch spezielle „Klebetechnik“) der Gaumenplatte wurden wir optimal eingewiesen und es hat sich rasch ein sehr unkomplizierter und routinierter Umgang ergeben. Unser Sohn hat die Platte von Anfang an sehr gut akzeptiert und es war eine ganz mühelose Ernährung über einen „Habermann Sauger“ (abgepumpte Muttermilch) möglich. Auch das spätere Modifizieren der Platte durch den „Nasensteg“ zum Anheben des Nasenflügels hat keine Probleme bereitet und wir sind heute mit dem Gesamtergebnis mehr als zufrieden. Aus unserer Sicht hat das NAM zur idealen Vorbereitung für die operativen Eingriffe und besonders zum kosmetisch hervorragenden Ergebnis (v.a. des gut geformten Nasenflügels) beigetragen.
Aufgrund der kombinierten Lippen-Kiefer-Gaumenspalte waren zwei Operationen (im Alter von 3 und 9 Monaten) bei unserem Jungen notwendig. Beide Eingriffe und Klinikaufenthalte verliefen sehr unproblematisch und trotz gewissen Einschränkungen direkt nach den Eingriffen (v.a. durch die Magensonde) hatten wir das Gefühl, dass unser Kind schnell wieder wohlauf war.
Unsere Tochter wurde und wird selbstverständlich ebenfalls in der MKG am Klinikum rechts der Isar behandelt und betreut. Bei ihr wurde aufgrund der nur sehr dezenten Lippenspalte keine ergänzende Therapie zum operativen Lippenverschluss (ebenfalls ein Eingriff ohne jegliche Komplikationen) vorgenommen.
Wir hatten bei beiden Kindern von Anfang an das Gefühl, dass uns immer jemand zur Seite stand, dass jeder Behandlungsschritt eingehend mit uns besprochen und geplant wurde und wir fühlen uns bis heute rundum hervorragend betreut. Wir sind Herrn Prof. Wolff und allen an der Betreuung und Behandlung Beteiligten überaus Dankbar und möchten nochmals das große menschliche Einfühlungsvermögen hervorheben, das für die Betroffenen mindestens genauso wichtig ist, wie die Fachkompetenz!