Mund- Kiefer- Gesichtschirurgie

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Wissen schafft Heilung

NAM

Nam-PlatteLiebe (werdende) Eltern,

unser Behandlungszentrum für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten bietet für betroffene Neugeborene eine spezielle Behandlungstechnik an, über die wir Sie im Folgenden kurz informieren möchten.

Die Methode des Nasoalveolar Molding (NAM) ist nur an wenigen Zentren der Welt etabliert und wird nach ausgiebigen Recherchen, mehrmaligen Aufenthalten und Fortbildungen in der Gründerklinik dieser Methode in New York, USA, seit 2010  auch an unserer Klinik angeboten.

Die erreichbaren Ziele des NAM sind eine langfristige Verbesserung der Nasenästhetik, eine Reduktion der Anzahl, des Ausmaßes und der Komplexität von zukünftigen plastischen Lippen- und Nasenkorrekturen. Zusammen mit der Technik der Gingivoperiostplastik (Santiago et al., 1998) kann sich die Notwendigkeit der Knochentransplantationen im Alveolarfortsatzbereich minimieren, bei begrenzter Störung des maxillären Wachstums (Wood et al., 1997). Des Weiteren wird durch eine Limitierung aller notwendigen ärztlichen Maßnahmen und Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Spaltbehandlung eine Kosteneinsparung möglich (Pfeifer et al., 2002).

Um Ihnen einen ersten Eindruck zu vermitteln, dürfen wir Ihnen im Folgenden den Behandlungsablauf skizzieren:

Innerhalb der ersten drei Tage nach der Geburt werden Abformungen des Oberkiefers und der Nase aus weichem Silikonmaterial angefertigt. Diese Abformungen dienen der Analyse des Schweregrades der Fehlbildung und der Anfertigung einer kieferorthopädischen Apparatur (Trinkplatte/Gaumenplatte). Der Zweck dieser Apparatur ist es, den Schweregrad der Deformität der später zahntragenden Oberkiefersegmente zu reduzieren und die Zungenlage zu regulieren. Mit weiteren Hilfsmitteln und Modifikationen (Klebestreifen, Nasensteg) der üblicherweise eingesetzten Gaumenplatte kann die Deformation der Lippe und der Nase in Ihrer Schwere weiter reduziert werden. Durch diese Behandlung des sog. Nasoalveolar Moldings konnte bei betroffenen Babys ein positiver Effekt für die Operation nachgewiesen werden. Möglich sind eine geringere Narbenbildung, ein Verschluss des Gaumens zusammen mit dem Lippenverschluss sowie eine Vermeidung von Folgeoperationen, wie die im Alter von 8-9 Jahren anstehende Knochentransplantation in den Kieferspalt und Lippen- oder Nasenkorrekturen aufgrund von Knorpeldeformitäten.

Sinn und Zweck dieser Behandlung ist es, vor der Operation die schwere Deformität in eine weniger schwere umzuwandeln, um mit der Operation das bestmögliche funktionelle und ästhetische Ergebnis für Ihr Kind zu erzielen.

Da die Diagnose einer „Lippen-Kiefer-Gaumenspalte“ immer häufiger bereits einige Wochen vor der Geburt durch Ultraschall-Untersuchungen gestellt werden kann und diese Behandlung bereits in der ersten Phase nach der Geburt beginnt, bieten wir auch werdenden Eltern die Möglichkeit, sich bereits vor der Geburt Ihres Kindes über unser Konzept zu informieren. Selbstverständlich stehen wir auch für junge Eltern mit ihren betroffenen Babys jederzeit gerne mit Rat und Tat zu Seite. Eine Informationsbroschüre erhalten Sie hier.

Das Behandlungsteam des Spaltzentrums an der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie des Klinikums rechts der Isar, Technische Universität München bietet Ihnen gerne eine ausführliche persönliche Beratung an. Bitte vereinbaren Sie  einen Termin über das Sekretariat Prof. Dr. Dr. K.-D. Wolff (Fr. Keul, Tel.: +49-(0)89-4140-2921).

Ansprechpartner, weitere Informationen und Terminvergabe:

PD Dr. Dr. Andrea Rau, Prof. Dr. Dr. Klaus-Dietrich Wolff

Klinik und Poliklinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurige

Technische Universität München

Ismaningerstr. 22

81675 München

Tel.: +49 (0)89 4140 2921